Mehlwürmer Puppen: erkennen, trennen, zum Käfer bringen
Irgendwann liegen sie plötzlich zwischen den Larven: cremeweiß, reglos, leicht gekrümmt. Mehlwürmer-Puppen sind das Zwischenstadium auf dem Weg zum Mehlkäfer — und der Moment, in dem eine Zucht entweder weiterläuft oder still einschläft.
Denn eine Puppe kann sich nicht wehren. Wer sie liegen lässt, verliert sie meistens.
Woran du eine Puppe erkennst
Sie ist cremeweiß bis leicht gelblich, wirkt wie eine zusammengerollte Larve ohne Beine und liegt in einer sanften C-Form da. Anders als die Larve bewegt sie sich nicht von der Stelle — höchstens ein Zucken des Hinterleibs, wenn man sie anstupst.
Später verfärbt sie sich Richtung bräunlich. Das ist normal und heißt, dass der Käfer bald schlüpft.
Warnzeichen: Eine Puppe, die schwarz wird und einsinkt, ist tot. Meist steckt eine Verletzung dahinter — angefressen von Larven oder Käfern.
Warum Puppen sofort aussortiert gehören
Das ist der wichtigste Punkt dieses Artikels.
Die Puppe frisst nicht, bewegt sich nicht und hat keine Abwehr. Larven und Käfer im selben Behälter knabbern sie an. Eine angefressene Puppe stirbt entweder oder der Käfer schlüpft verkrüppelt und ist als Zuchttier wertlos.
Wer im Forum fragt, warum ein Viertel seiner Puppen abstirbt, bekommt fast immer dieselbe Antwort: Sie lagen zu lange bei den anderen.
Deshalb gilt: Puppen alle ein bis zwei Tage absammeln und in einen eigenen Behälter setzen.
Wie lange dauert es bis zum Käfer?
Bei Zimmertemperatur etwa zwei bis drei Wochen, in der Wärme deutlich schneller. Der frisch geschlüpfte Käfer ist zunächst fast weiß, färbt sich innerhalb weniger Tage rotbraun und schließlich schwarz.
Setz die Käfer nach zwei bis drei Tagen in deine Käferbox um — dort sollen sie ablegen. Und lass sie nicht bei den restlichen Puppen: Ein hungriger Käfer geht an die noch nicht geschlüpften Puppen.
Was Puppen brauchen — und was nicht
Kein Futter. Die Puppe frisst nicht. Substrat ist überflüssig.
Ruhe und Dunkelheit. Ein flacher Behälter, dunkel gestellt, mehr nicht.
Etwas Luftfeuchtigkeit. Das ist der Punkt, an dem viele scheitern. Völlig trocken gelagerte Puppen vertrocknen — ein Züchter im Vogelforum legt deshalb einen feuchten Lappen auf einen umgedrehten Becher daneben und beträufelt ihn alle paar Tage. Wichtig dabei: Bildet sich Schwitzwasser am Deckel, ist es zu viel. Dann lüften und weniger Wasser nehmen.
Das Aussortieren — der Handgriff, den keiner mag
Hunderte kleine Puppen aus dem Substrat zu picken, ist die unbeliebteste Arbeit der ganzen Mehlwurmzucht. Und ein normales Sieb hilft dabei nicht.
Der Grund: Eine Puppe ist genauso groß wie die Larve, aus der sie entstanden ist. Nach Größe lassen sich beide nicht trennen. Wer es mit runden Löchern versucht, bekommt beides in derselben Ebene.
Über die Form geht es trotzdem. Die Larve ist lang und schmal — sie fädelt sich durch einen schmalen Schlitz, wenn er nur lang genug ist. Die Puppe ist kürzer, dicker und starr und bleibt liegen. Genau darauf beruhen die professionellen Trennsiebe in der industriellen Mehlwurmzucht: Langlöcher statt Maschen.
Im Hobbybereich reicht dafür ein Sieb mit rund vier Millimeter breiten Langschlitzen. Gemisch drauf, ein paar Sekunden leicht rütteln, und die Larven sind unten, die Puppen oben. Kein einziges Tier muss angefasst werden.
Fertige Lösung: Das Mehlwurmsieb mit vier Ebenen hat genau solche Langschlitze. Die oberste Ebene trennt Puppen von Larven, die darunterliegenden sortieren gleichzeitig nach Größe und sieben den Kot aus — alles in einem Durchgang.
Kann man Puppen verfüttern?
Ja, und viele Tiere mögen sie sogar besonders. Puppen sind weich, haben kaum Chitin und sind gut verdaulich — Vögel, Reptilien und Igel nehmen sie gerne.
Nur solltest du nicht alle verfüttern. Ohne Puppen keine Käfer, ohne Käfer keine Eier, ohne Eier keine neuen Würmer. Als Faustregel: Behalte mindestens ein Drittel für die Zucht.
Häufige Fragen
Warum sterben meine Puppen ab?
Meist zwei Ursachen: Sie wurden von Larven oder Käfern angefressen, oder sie lagen zu trocken. Beides lässt sich durch getrenntes Halten mit etwas Luftfeuchtigkeit vermeiden.
Wie oft muss ich Puppen absammeln?
Alle ein bis zwei Tage, sobald die ersten auftauchen. Je länger sie zwischen Larven und Käfern liegen, desto mehr Verluste.
Brauchen Puppen Futter oder Substrat?
Nein. Sie fressen nicht. Ein flacher, dunkler Behälter reicht.
Wie erkenne ich, dass der Käfer bald schlüpft?
Die Puppe verfärbt sich von cremeweiß Richtung bräunlich.
Kann ich Puppen im Kühlschrank aufbewahren?
Besser nicht. Kälte bremst die Entwicklung und erhöht die Ausfallrate. Lager lieber die Larven kühl, wenn du bremsen willst.

